ETFs bewerten

So findest du renditestarke ETFs

In diesem Beitrag erklären dir die Finanzexperten von ecobono, wie du ETFs bewerten kannst und was es dir bringt?

Grundlagenwissen: Was ist eine ETF-Bewertung?

Eine ETF-Bewertung hat das Ziel, mithilfe verschiedener Kennzahlen “bessere” oder “günstigere” ETFs zu identifizieren. Dabei gelten für ETFs ähnliche Ansätze wie für Investmentfonds.

Neben den Kosten ist insbesondere der Tracking-Error von Bedeutung, der das Abweichungsrisiko eines ETFs zur Benchmark oder zum Investmentuniversum beschreibt. Darüber hinaus sollten Investoren den Bid-Ask-Spread im Auge behalten, der die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskursen angibt. Da ETFs an der Börse gehandelt werden, kann dieser Spread in Krisenzeiten steigen.

Eine ETF-Bewertung kann dir dabei helfen, eine sinnvolle Auswahl zu treffen. Sie zeigt dir, welche ETFs sich lohnen zu kaufen und welche du besser verkaufen solltest.

ETFs bewerten: So funktioniert’s!

Um einen ETF zu bewerten, gibt es verschiedene Ansätze, die du berücksichtigen solltest. Eine ETF-Bewertung umfasst typischerweise die Analyse von verschiedenen Faktoren und Kennzahlen:

#1 Kostenstruktur

Die Kostenstruktur eines ETFs kann ein wichtiger Faktor sein, da er die Rendite beeinflusst. Dazu gehören die laufenden Kosten (TER) und gegebenenfalls Ausgabeaufschläge. Du solltest darauf achten, dass die Kosten nicht zu hoch sind und in einem angemessenen Verhältnis zur erwarteten Rendite stehen.

#2 Risiko

Das Risiko eines ETFs kann auf verschiedene Weise gemessen werden. Ein wichtiger Faktor ist der Tracking-Error, der die Abweichung des ETFs von der Benchmark misst.

Ein niedriger Tracking-Error kann darauf hindeuten, dass der ETF in der Lage ist, seine Benchmark nachzubilden.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist das Risiko-/Ertragsverhalten, das angibt, wie stark der ETF auf Marktbewegungen reagiert.

#3 Ertragserwartungen

Anleger sollten die Ertragserwartungen des ETFs sorgfältig prüfen. Hierbei ist es wichtig, deinen Anlagehorizont zu berücksichtigen und zu entscheiden, ob du die ETFs kurz- oder langfristig halten möchtest.

#4 Dividenden

Dividenden-ETFs sind spezielle ETFs, die darauf abzielen, Anlegern eine höhere Dividendenausschüttung als der breitere Markt zu bieten.

Ein Dividenden-ETF investiert in Aktien von Unternehmen, die regelmäßig Dividenden ausschütten.

Wenn du dich für Dividenden-ETFs interessierst, solltst du auf die Höhe der gezahlten Dividenden achten. Hierbei solltest du die Dividendenrendite und die Dividendenhistorie der ETFs prüfen.

#5 Bewertungskennzahlen

Bewertungskennzahlen geben an, ob ETFs oder die enthaltenen Positionen im Vergleich zu anderen ETFs oder Anlageklassen teuer oder günstig sind.

Beispiele für Bewertungskennzahlen sind das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) oder das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV).

#6 Rating

Ein Rating kann eine dir helfen, den passenden ETFs zu finden. Es gibt verschiedene Rating-Agenturen, die ETFs bewerten und Empfehlungen aussprechen.

#7 Restlaufzeit

Insbesondere bei Anleihen-ETFs ist die Restlaufzeit oder auch Duration genannt ein wichtiger Faktor, der die Rendite beeinflusst. Dabei gilt, je höher die Restlaufzeit, desto größer sind die Kursschwankungen.

#8 Währungsrisiken

Das Währungsrisiko bei ETFs bezieht sich auf das Risiko, das Anleger tragen, wenn sie in ETFs investieren, die in ausländischen Währungen notieren oder in Wertpapieren investieren, die in anderen Währungen als der Basiswährung des ETFs notieren.

Das Währungsrisiko entsteht dadurch, dass sich Wechselkurse zwischen Währungen ständig ändern können. Wenn die Währung, in der die Wertpapiere notieren, gegenüber der Basiswährung des ETFs an Wert verliert, kann dies zu einem Verlust für den Anleger führen, selbst wenn der Wert der Wertpapiere in der Fremdwährung steigt.

Anleger sollten bei der Auswahl eines ETFs unbedingt auf mögliche Währungsrisiken achten. Einige ETFs investieren in ausländische Wertpapiere, was das Währungsrisiko erhöht.

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Foto: © Drazen – stock.adobe.com

von | Jan 10, 2023

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Hinter ecobono stecken die ehemaligen Fondsmanager Kevin Windisch, Josef Obergantschnig und Daniel Kupfner. In diesem Blog wollen sie ihr Wissen, ihre Anlagestrategien und ihre Finanztricks mit Privatanlegern teilen.